Karim Adeyemi steht vor einem Wechsel zum FC Barcelona. Wie die spanische Marca und Transferexperte Fabrizio Romano am Donnerstagmorgen berichten, hat sich der 24-Jährige mit den Katalanen auf einen Sommerwechsel geeinigt. Ein erstes Angebot des FC Barcelona an Borussia Dortmund liegt vor - es wurde nach übereinstimmenden Berichten aber postwendend abgelehnt.
Zwischen den Vereinen klafft eine Lücke von rund 20 Millionen Euro. Barcelona hat laut Sky rund 20 Millionen für den Nationalspieler geboten, der BVB fordert nach Bild-Informationen ein Grundpaket von mindestens 40 Millionen und peilt inklusive Boni eine Gesamtsumme jenseits der 50 Millionen an. 30 Millionen hatte Dortmund 2022 selbst für Adeyemi an RB Salzburg überwiesen.
Die Verhandlungsposition der Dortmunder ist heikel. Adeyemis Vertrag läuft nur noch bis zum 30. Juni 2027. Eine Verlängerung ist nach mehreren gescheiterten Gesprächsrunden vom Tisch, der BVB will einen ablösefreien Abgang im kommenden Sommer unbedingt vermeiden. Berater Jorge Mendes soll bei Barcelona ein Jahresgehalt von mehr als zehn Millionen Euro aufgerufen haben - deutlich mehr als die rund 6,5 Millionen, die Adeyemi aktuell in Dortmund verdient.
Karim will nur nach Barcelona - dieser Sommer, dieser Verein, kein anderer.
Flick treibt den Wechsel
Auf der Barcelona-Bank sitzt seit Sommer 2024 Hansi Flick. Der frühere Bundestrainer kennt Adeyemi noch aus dessen DFB-Debüt 2021 und soll intern gegenüber Sportdirektor Deco für die Verpflichtung geworben haben. Bei elf A-Länderspielen unter Flick hatte sich der Offensivmann als schneller Ballführer im 4-2-3-1 empfohlen, im vergangenen Bundesliga-Halbjahr fiel er dagegen mit muskulären Problemen und reduzierter Einsatzzeit unter Nuri Sahin auf.
Bei 146 Pflichtspielen für den BVB kommt Adeyemi auf 36 Tore und 25 Vorlagen - eine solide Bilanz, aber keine, die die Fantasiepreise seines Beraters ohne Weiteres deckt. Sportdirektor Sebastian Kehl hatte in den vergangenen Wochen mehrfach betont, dass ein Verkauf nur bei einer marktgerechten Ablöse infrage komme. Barcelona wiederum steht unter LaLiga-Gehaltsobergrenze weiter unter Druck, was den Spielraum in der Verhandlung eng macht.
Ein zweites Angebot der Katalanen wird in den kommenden Tagen erwartet. Ob es Bewegung bringt, hängt auch von möglichen Zusatzbausteinen ab. Barcelona hatte bereits andeuten lassen, Spieler in den Deal einzubeziehen. Wenn der BVB standhaft bleibt, könnte sich die Frage stellen, ob Adeyemi im Trainingslager Mitte Juli überhaupt noch in Dortmund einläuft.