Das Finale der UEFA Champions League 2025/26 findet am 30. Mai um 18 Uhr in Budapest statt. Im Puskás Aréna, erstmals Schauplatz eines Endspiels in Europas wichtigstem Klubwettbewerb, stehen sich Paris Saint-Germain und Arsenal gegenüber. Die frühe Anstoßzeit ist neu für das Finale - die UEFA hatte sie eingeführt, um Familien und Pendlern den Besuch zu erleichtern. Ob das Konzept hält, wird sich erst am Tag selbst zeigen.
PSG kommt als Titelverteidiger nach Budapest. Im Vorjahresfinale schlug der Pariser Klub Inter Mailand mit 5:0 - eine Demonstration, die in den Statistiken der Champions-League-Endspiele zu den deutlichsten Resultaten der jüngeren Geschichte gehört. Die Mannschaft unter Luis Enrique versucht in diesem Jahr, etwas zu schaffen, was im aktuellen Champions-League-Format nur einer Mannschaft gelungen ist: dem Real Madrid der Ära Zinédine Zidanes, das den Titel 2017 und 2018 verteidigte. Eine Wiederholung dieses Kunststücks würde PSG endgültig in die Reihe der modernen europäischen Großklubs einreihen.
Der Weg ins Finale war für PSG kein Spaziergang. Im Halbfinale traf der Pariser Klub auf Bayern München; das Hinspiel in Paris endete 5:4 für PSG, das Rückspiel in der Allianz Arena 1:1. Über zwei Spiele setzte sich PSG mit 6:5 durch - das torreichste Champions-League-Halbfinale dieser Dekade. Auf der Pressekonferenz nach dem Rückspiel sagte Bayern-Trainer Vincent Kompany, sein Team habe geliefert, was im Rahmen seiner Möglichkeiten möglich war, das Resultat sei jedoch verdient.
Wer 2026 in Budapest gewinnt, hat das geschafft, was im aktuellen Format des Wettbewerbs nur einer Mannschaft gelungen ist: dem Real Madrid der Ära Zidane.
Arsenal kommt nach 25 Jahren erstmals wieder in ein Champions-League-Finale - das letzte war 2006 gegen den FC Barcelona. Der Klub von Mikel Arteta hat den Weg über ein knappes Viertelfinale gegen Real Madrid und ein noch knapperes Halbfinale gegen Atlético Madrid genommen. Die Engländer gewannen die Atlético-Begegnung mit 2:1 im Gesamtscore; Bukayo Saka erzielte das entscheidende Tor im Rückspiel im Emirates Stadium. Es war Saakas vierter K.-o.-Runden-Treffer in dieser Saison.
Aus taktischer Perspektive sind die Mannschaften unterschiedlich strukturiert. PSG spielt mit hohem Pressing und schneller Vertikalität; Arsenal mit Ballbesitz und kontrollierter Aggressivität in der Wiederherstellungsphase. Wie die beiden Stile aufeinander treffen, wird die wichtigste taktische Frage der zwei Wochen Vorbereitung sein. Erfahrene Beobachter weisen auf die Mittelfeldzentrale hin - dort wird das Spiel entschieden, mit Vitinha auf der einen, Declan Rice auf der anderen Seite.
Aus deutscher Sicht ist das Finale ohne direkte Verbindung, indirekt aber relevant. Vincent Kompany wird nach dem Pokal-Aus erneut die Frage beantworten müssen, wo der FC Bayern strukturell steht - und ob die Verstärkungen im Sommer kommen, die ein erneutes Champions-League-Halbfinale ermöglichen sollen. Für die Bundesliga bedeutet ein PSG-Erfolg in Budapest, dass die Pariser den nächsten Tabellenführer-Anspruch in Europa untermauert haben.
Wer am 30. Mai aus Budapest mit dem Titel zurückkehrt, hat 2026 einen der bedeutsamsten Pokale gewonnen, die der Klubfußball zu vergeben hat. Arsenal kann den ersten Titel seines neuen Zyklus holen, PSG den vermutlich endgültigen Sprung in die Reihe der Klubs, die nicht nur gewinnen, sondern auch verteidigen können. Anstoß ist um 18 Uhr deutscher Zeit, Übertragung in Deutschland im ZDF und auf DAZN.