Die deutschen Basketballer haben ihr WM-Qualifikationsspiel gegen Israel am Freitagabend in Riga mit 92:86 (45:37) gewonnen. Kapitän Dennis Schröder war mit 20 Punkten Topscorer, dahinter kamen Christian Sengfelder auf 16 und Kay Bruhnke auf 15 Zähler. Für Weltmeister und Europameister Deutschland ist es der vierte Sieg im fünften Qualifikationsspiel, wie die Sportschau meldete. Am kommenden Montag folgt in Bamberg gegen Zypern das letzte Fenster dieser Runde.

Gespielt wurde in der Arena Riga, weil der israelische Verband die Heimpartie wegen der Sicherheitslage im Nahen Osten in die lettische Hauptstadt verlegt hatte. Zuschauer waren nicht zugelassen; es ist dieselbe Halle, in der das DBB-Team im September 2025 den EM-Titel gewonnen hatte. Bundestrainer Álex Mumbrú konnte auf Schröder zurückgreifen, obwohl der Point Guard der Cleveland Cavaliers wie in den Vorjahren die einzige NBA-Personalie im Kader war.

Drittes Viertel entscheidet, Schlussphase alarmiert

Deutschland startete stark und gewann das erste Viertel mit 23:15. Nach einer ausgeglichenen zweiten Phase (22:22) dominierte die Mannschaft den dritten Abschnitt klar und zog auf 71:51 davon; Bruhnke traf früh drei Distanzwürfe, Schröder verteilte auf Sengfelder und Johannes Thiemann. Insgesamt versenkte Deutschland zwölf Dreier, wie t-online berichtete. Der Schlussabschnitt geriet zum Alarmsignal: Mit 16:31 gab das Team das Viertel deutlich ab, Ballverluste und offene Rotationen in der Verteidigung ließen Israel wieder heran.

Zum Schluss waren wir etwas außer Kontrolle, das darf nicht passieren. Trotzdem: Der Sieg zählt.
- Álex Mumbrú, Bundestrainer, laut Deutschem Basketball Bund

Mumbrú suchte nach der Partie den Ausgleich zwischen Anerkennung und Kritik. „Jeder Sieg ist sehr wichtig, jeder Sieg zählt für die Quali. Es war ein hartes Spiel, ungewohnt ohne Fans“, sagte er in der Mitteilung des Deutschen Basketball Bunds. Kay Bruhnke sagte laut Basketball-Bund: „Wir sind gut ins Spiel gekommen. Die letzten fünf Minuten waren schlecht.“ Schröder hatte schon vor der Partie im Interview mit Sport1 den Modus kritisiert: „Wir haben die Weltmeisterschaft gewonnen, da sollten wir eigentlich qualifiziert sein. Schwachsinn in meinen Augen.“

Sportlich geht es für Deutschland um weniger, als der Spielverlauf suggeriert. Die zweite Qualifikationsrunde für die WM 2027 in Katar ist ohnehin sicher, das Hinspiel im Februar in Ludwigsburg hatte das DBB-Team klar 89:69 gewonnen. Für Mumbrú, der Gordon Herbert im vergangenen Sommer beerbt hat, dient die Doppelwoche vor allem als Werkstattarbeit. Am Montag um 19 Uhr in der Bamberger Brose Arena bekommt er gegen Zypern die letzte Chance, das Konzept vor dem NBA-freien Sommer noch einmal zu justieren.