Wie wir am Montagabend berichteten, ist die deutsche Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale der Fußball-WM 2026 an Paraguay gescheitert - 5:6 im Elfmeterschießen nach 1:1 in regulärer Spielzeit und Verlängerung, am Ende ein vorbeigeschossener Strafstoß von Jonathan Tah. Die internationale Presse hat über Nacht reagiert, und der Tonfall fällt überall ähnlich aus: Häme aus Spanien, kühle Bestandsaufnahme aus Frankreich und England, Jubel aus Asunción.
Den schärfsten Satz liefert „Marca“. Die spanische Sportzeitung titelt: „Von Deutschland ist nichts mehr übrig. Nicht einmal im Elfmeterschießen. Die deutsche Mannschaft muss weitere vier Jahre warten, um ihrem Wappen einen weiteren Stern hinzuzufügen.“ „Mundo Deportivo“ ordnet das Aus in die Serie der Turnier-Enttäuschungen ein und schreibt von der „dritten Enttäuschung in Folge“ für den viermaligen Weltmeister. Auch Spaniens „Sport“ reiht sich ein und nennt den Abend „die erste große Überraschung der Weltmeisterschaft“.
Frankreichs „L'Équipe“ wählt eine knappere Formulierung: „Es ist die bislang größte Überraschung des Turniers.“ „France 24“ schreibt vom „premier gros choc du Mondial 2026“, die regionale „Le Dauphiné“ von einer Sensation, mit der Paraguay Deutschland aus dem Turnier gekippt habe. Die englische „Daily Mail“ übernimmt die L'Équipe-Linie und bewertet das Aus als „bisher größte Überraschung des Turniers“. Der „Guardian“ lenkt den Blick auf den Sieger: Paraguays Auftritt sei „einer der größten Momente in der Geschichte des Landes“.
Von Deutschland ist nichts mehr übrig. Nicht einmal im Elfmeterschießen.
Italien spricht vom „Flop“, Asunción feiert
In Italien fällt die Wortwahl drastischer aus. „Gazzetta dello Sport“ titelt schlicht „Flop Germania!“ und attestiert dem DFB-Team eine kleine Verbesserung zu den Vorrunden-Pleiten 2018 und 2022, „aber nicht genug, um den Favoritenstatus einzulösen“. „Tuttosport“ reiht sich mit der Formulierung von der „ersten großen Überraschung der Weltmeisterschaft 2026“ ein, der „Corriere dello Sport“ spricht von einem „sensationellen“ Aus. Aus der Schweiz meldet sich der „Blick“ mit der Einordnung: „eine der bittersten Stunden der deutschen Fußball-Geschichte.“ Österreichs „Krone“ formuliert nüchterner und überschreibt das Spielprotokoll mit „WM-Aus! Deutschland verliert Elfmeter-Thriller.“
Aus den USA, dem Co-Gastgeberland, kommt eher technische Einordnung. Die „New York Times“ beziehungsweise „The Athletic“ sprechen von „einer der größten Überraschungen der jüngeren WM-Geschichte“, weil Deutschland zum ersten Mal überhaupt ein WM-Elfmeterschießen verloren hat. „USA Today“ ergänzt um den Begriff „einer der bislang schockierendsten Ergebnisse der WM 2026“, „Fox Sports“ hebt in Großbuchstaben die Premiere hervor: „Paraguay Knocks Germany Out Of 2026 World Cup After Penalty Shootout“. „ESPN“ lenkt den Blick auf die Weltranglisten-Differenz und kontrastiert Paraguays Position 41 mit Deutschlands viermaligem WM-Titel.
Heimisches Echo: BILD spricht von „Nicht-Leistung“
Auch in Deutschland fällt das Urteil eindeutig aus. Die „BILD“-Zeitung beschreibt den Auftritt mit drei Adjektiven: „Langsam. Langweilig. Lethargisch“ und spricht von einer „absoluten Nicht-Leistung“. Das Fußballmagazin „11Freunde“ wählt das Bild vom Team, das sich „mit dem eigenen Arsch einreißt“, was es zuvor an Vorrundenform aufgebaut hatte. In Asunción hingegen jubelte die Stadt. „Última Hora“ berichtet von rund 30.000 Fans, die spontan im Stadtzentrum zusammenkamen. Das Sportportal „D10“ feiert Torwart Orlando Gill, der zwei Elfmeter parierte, als „absoluten Helden“, die Tageszeitung „ABC Color“ spricht von „heroischen Momenten und bewundernswertem körperlichen Einsatz“ - und davon, dass Paraguay nun sportlich auf Augenhöhe mit dem viermaligen Weltmeister stehe. Eine Einordnung, die nach diesem Abend in Foxborough keine spanische, englische oder italienische Redaktion widersprechen wollte.