Borussia Dortmund hat die erste DFB-Pokal-Partie in der 115-jährigen Vereinsgeschichte des Hamburg-Eimsbütteler Ballspiel-Clubs mit einem Pflichtsieg beendet. Vor 45.917 Zuschauern im Hamburger Volksparkstadion setzte sich der Bundesligist am Dienstagabend mit 5:0 (4:0) gegen den Fünftligisten durch. Laut Sportschau ist es die höchste Zuschauerzahl, die in der DFB-Pokal-Historie für ein Erstrunden-Spiel mit einem Oberligisten registriert wurde.

Der HEBC hatte sein Heimrecht ins Volksparkstadion verlegt, weil sein eigener Professor-Reinmüller-Platz in Eimsbüttel nur rund 2.500 Zuschauer fasst. Der Klub aus der fünftklassigen Oberliga Hamburg hatte sich im Mai über den Sieg im Hamburger Pokal erstmals für den DFB-Pokal qualifiziert. Trainer Niko Kovac ließ Dortmunds Elf in Blau-Weiß gegen die Amateure eine gute halbe Stunde stottern, ehe eine Standard-Situation die Partie kippen ließ.

In der 33. Minute lenkte HEBC-Verteidiger Janek Wrede eine Flanke von Julian Ryerson ins eigene Tor ab, drei Minuten später erhöhte Daniel Svensson auf 2:0. Samuele Inácio traf in der 41. Minute und legte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte per Kopf zum 4:0 nach. Fabio Silva stellte in der 59. Minute den Endstand her. Der eingewechselte HEBC-Torwart und Kapitän Robert Schick zeigte sich nach der Partie im kicker versöhnlich: „Wir hatten Glück, dass es so lange 0:0 blieb. Unser Keeper hat gut gespielt. Aber 5:0 für uns war überragend.“

Kovac lobt die Kulisse, Sabitzer vermisst Tore

Der Dortmunder Cheftrainer stellte in seiner Bewertung nach der Partie das Umfeld über das Ergebnis. „Das war ein gelungener Tag, wir sind weiter, und das Drumherum war so schön“, sagte Kovac laut BVB-Portal bvbwld.de und ergänzte: „Wir haben heute den Pokal erlebt, wie wir ihn lieben.“ Kapitän Marcel Sabitzer sprach dagegen die Chancenverwertung an: „Wir haben die Pflicht erfüllt. Wir haben heute viele Wechsel gehabt“, sagte der Österreicher, „es hätten noch ein paar Tore mehr sein können.“ Felix Nmecha erinnerte im gleichen Portal daran, warum die Partie für den Gastgeber ein Ausnahmeabend war: „Wir haben das Spiel genossen. Es war für sie etwas Besonderes.“

Wir haben heute den Pokal erlebt, wie wir ihn lieben.
- Niko Kovac, BVB-Trainer, gegenüber bvbwld.de

Für den HEBC endet damit eine Woche, die den Verein aus dem Hamburger Stadtteil Eimsbüttel bundesweit sichtbar gemacht hat. Der Klub war 1911 als SC Eibe gegründet worden und hatte sich zwischen 1912 und 1921 durch mehrere Fusionen zum heutigen Namen entwickelt. Für Dortmund war die Partie das erste Pflichtspiel nach der Länderspielpause; in der zweiten Runde des DFB-Pokals wartet eine Auslosung mit klar schwererer Aufgabe. Der HEBC kehrt am kommenden Wochenende in die Oberliga Hamburg zurück.