Julian Brandt ist seit Mittwoch nicht mehr Spieler von Borussia Dortmund. Der zum 30. Juni ausgelaufene Vertrag des 30-jährigen Offensivspielers wurde nicht verlängert, seit dem 1. Juli ist Brandt offiziell vereinslos. Das bestätigten der BVB und die Bundesliga in Mitteilungen zum Ende der Transferperiode. Damit endet nach sieben Jahren eine Ära in Dortmund, die vor allem für ihre Nähe zu Titeln stand, ohne dass die ganz großen Trophäen kamen.
Beim „Kicker“-Podcast „At Broski“ zog Brandt kurz vor Vertragsende selbst Bilanz. „Ich will mich nicht einfach nur an einen Verein verkaufen“, sagte der Mittelfeldspieler und fügte hinzu: „Ich versuche mich immer daran zu erinnern, wofür wir Fußball spielen.“ Über seine sieben BVB-Jahre sprach Brandt in emotionalen Worten - vom Gefühl, oft nur einen Sieg vom größten Erfolg entfernt gewesen zu sein.
Ich war nah dran, mit dem BVB jeden Titel zu gewinnen. Als ich kam, haben wir den Supercup gewonnen. Im zweiten Jahr den DFB-Pokal. Dann die Geschichte mit der Meisterschaft, im nächsten Jahr die Champions League - und man hätte eigentlich mit vollen Händen dastehen können.
Sieben Jahre, drei Endspiele, ein verlorenes Wembley
Brandts Dortmunder Zeit begann 2019 mit dem Wechsel von Bayer 04 Leverkusen. Der DFL-Supercup 2019 gegen den FC Bayern und der DFB-Pokalsieg 2021 waren die Titel, die blieben. Dazu kamen die verpasste Meisterschaft 2023, als der BVB am letzten Spieltag gegen Mainz nur unentschieden spielte, und das verlorene Champions-League-Finale gegen Real Madrid im Juni 2024 in Wembley. Unter Trainer Niko Kovac verlor Brandt in der abgelaufenen Saison zunehmend seinen Stammplatz, wie unter anderem die Sportschau berichtet.
Atlético gilt als Favorit, Real Betis sagt ab
Als aussichtsreichster neuer Klub gilt in deutschen und spanischen Medien Atlético Madrid. Nach Berichten der Sport1 und der Sport Bild beobachtet Sportdirektor Mateu Alemany den 30-Jährigen als möglichen Nachfolger von Antoine Griezmann, der die Colchoneros in Richtung Major League Soccer verlässt. Brandts Freundin lebe in Katalonien, das Paar plane einen gemeinsamen Wohnsitz in Spanien, schreibt die Sport Bild - ein Argument, das intern für die Wahl der Primera División sprechen soll.
Ein anderer spanischer Klub hat den Poker um Brandt bereits verlassen. Real Betis Sevilla, mit dem nach Angaben des BVB-Fachportals bvbwld.de zwischenzeitlich verhandelt wurde, entschied sich gegen eine Verpflichtung. Als weitere interessierte Adressen gelten laut Eurosport der AS Rom, der FC Arsenal, Fenerbahce Istanbul und Ajax Amsterdam. Brandt selbst hatte offen gelassen, wohin ihn der Weg nach Dortmund führt: „Wenn du älter wirst, weißt du besser, was du eigentlich willst“, sagte er dem Kicker.
Für den langjährigen DFB-Nationalspieler und Olympia-Zweiten von Rio 2016 dürfte die Entscheidung noch im Juli fallen. Fest steht bereits: Julian Brandts nächster Verein wird nicht mehr Borussia Dortmund heißen - und die Bundesliga verliert einen Offensivspieler, der über zwölf Jahre in Leverkusen und Dortmund zu ihren prägenden Figuren gehörte.