Kolumbien hat sich am frühen Samstagmorgen deutscher Zeit als letztes Team ins Achtelfinale der WM 2026 gespielt. Im ausverkauften Arrowhead Stadium von Kansas City schlug die Elf von Néstor Lorenzo Ghana mit 1:0. Wie wir am Donnerstag berichteten, war das Duell zwischen dem Gruppensieger und dem Team des früheren Portugal-Coaches Carlos Queiroz vor allem als taktische Schachpartie erwartet worden. Auf dem Platz stand am Ende ein ungefährdeter Sieg des Favoriten - und ein Treffer, der bereits nach 14 Minuten fiel.

Jhon Arias köpfte nach einer Flanke von rechts am zweiten Pfosten ein, während Luis Díaz zwei Verteidiger band. Der eingewechselte Ghana-Verteidiger Alidu Seidu ließ Arias laut Spielbericht der Sportschau ungedeckt. In der 56. Minute traf Díaz vermeintlich zum 2:0, das Tor wurde jedoch nach Videobeweis wegen Abseits annulliert. Zwei Minuten später scheiterte der Liverpool-Star aus vollem Lauf frei vor Torwart Lawrence Ati-Zigi. Auch Davinson Sánchez fand in der 81. Minute mit einem Kopfball nach Ecke seinen Meister im Ghana-Keeper, der auf der Linie klärte.

Es ist schön, dass wir von einigen als Mitfavorit gesehen werden. Aber das musst du auf dem Platz zeigen.
- Néstor Lorenzo, Trainer Kolumbien, gegenüber t-online

Ghana verabschiedet sich sang- und klanglos

Von den Ghanaern kam über 90 Minuten fast nichts. Nur Thomas Partey hatte in der 2. Minute mit einem Schuss aus 20 Metern für Aufregung gesorgt. Danach beschränkte sich das Team von Queiroz auf Verwaltung ohne Idee - „ideenlos, harmlos, torlos“, wie die Sportschau am Ende schrieb. Damit sind nur noch Marokko und Ägypten als afrikanische Vertreter im Turnier, was für einen Kontinent, der zum ersten Mal mit neun Mannschaften bei einer WM angetreten war, eine ernüchternde Zwischenbilanz ist. Queiroz, in Zürich, Genf und zuletzt Doha zusammengesetzt, hatte vor dem Spiel die Marschroute mit dem inzwischen berühmten Satz „Du tanzt nicht Samba, wenn Rock'n'Roll gespielt wird“ formuliert. In Kansas City fehlte diesmal die Musik.

Für Kolumbien geht es am Dienstag um 22 Uhr MESZ gegen die Schweiz weiter, die sich zuvor gegen Algerien durchgesetzt hatte. Im Falle des Weiterkommens wartet in einem möglichen Viertelfinale die Neuauflage des Copa-América-Finals von 2024 gegen Argentinien. Lorenzo, der seine Elf konzentriert durch die harte Gruppe K mit Portugal und Uruguay geführt hatte, verzichtete nach dem Abpfiff in Kansas City demonstrativ auf große Töne. Die eigentliche WM, so der Tenor in der kolumbianischen Kabine, beginne jetzt.