Der SC Freiburg steht vor der teuersten Transferabgabe seiner Vereinsgeschichte. Nach übereinstimmenden Berichten von Sky-Reporter Florian Plettenberg und Fabrizio Romano haben sich die Breisgauer und Newcastle United am Donnerstag auf ein Gesamtpaket in Höhe von rund 60 Millionen Euro für den 20-jährigen Schweizer Nationalspieler Johan Manzambi geeinigt. Der Sender berichtet von einer „vollständigen Einigung“ zwischen den Klubs; Newcastle verhandelt nun noch mit der Spielerseite über einen langfristigen Vertrag.
Manzambi war einer der Shootingstars der Weltmeisterschaft in Kanada, den USA und Mexiko. Für die Schweiz erzielte der offensive Mittelfeldspieler in der Gruppenphase und im Achtelfinale drei Tore und legte zwei weitere auf - Bestwerte im Kader von Trainer Murat Yakin. Kurz vor der Achtelfinal-Partie gegen Kolumbien zog sich Manzambi im Abschlusstraining eine Knieprellung zu; sein Einsatz im Viertelfinale gegen Argentinien am Sonntag ist offen.
Für Freiburg bedeutet der Deal einen Sprung in eine neue Kategorie. Der bisherige Vereinsrekord lag bei jeweils 25 Millionen Euro, gezahlt von Brentford für Kevin Schade und von Everton für Merlin Röhl. Der Verkauf von Manzambi würde diesen Wert mehr als verdoppeln und in einer Bundesliga-Sommerpause, in der das Klubmanagement die Kaderplanung ohnehin auf Kante nähen muss, erhebliche Mittel freisetzen. Manzambis Vertrag im Breisgau lief noch bis 2030.
Johan hat sein Profil weiter geschärft und maßgeblichen Anteil an der guten Mannschaftsleistung gehabt.
Aston Villa unterlag im Werben
Newcastle setzte sich in einem englischen Duell durch. Aston Villa hatte laut watson und Sky bis zuletzt um den Mittelfeldspieler geworben, benötigt nach dem Kreuzbandriss von Amadou Onana dringend eine Verstärkung im Zentrum. Bei den Magpies trifft Manzambi auf seinen Schweizer Nationalmannschaftskollegen Fabian Schär und auf Trainer Eddie Howe, der mit der Verpflichtung sein Mittelfeld hinter Bruno Guimarães verjüngt.
Manzambi war im Januar 2023 vom Servette FC aus Genf in den Breisgau gewechselt, gab im September 2024 sein Bundesliga-Debüt und etablierte sich in der abgelaufenen Saison als Stammspieler. In der Klub-Kommunikation gilt der französischsprachige Genfer als Prototyp eines modernen Achters - Sportdirektor Klemens Hartenbach beschrieb ihn zuletzt gegenüber der Vereins-Website als „unbekümmert“ und mit „fußballerischer Qualität“ ausgestattet.
Auch Schweizer Bestmarke fällt
Sollte der Deal formal abgeschlossen werden - Plettenberg zufolge dürfte das erst nach dem Ende der Schweizer WM-Kampagne geschehen -, wäre Manzambi zugleich der teuerste Schweizer Fußballer aller Zeiten. Bisheriger Rekordhalter ist Granit Xhaka, der 2016 für rund 45 Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach zum FC Arsenal wechselte. Für den SC Freiburg, dessen Etat traditionell im unteren Mittelfeld der Bundesliga liegt, ist die Summe ein Signal an die eigene Anhängerschaft: Der Weg, junge Talente zu entwickeln und teuer zu verkaufen, funktioniert weiter - selbst wenn er in diesem Sommer den zentralen Kreativspieler kostet.