Am Sonntag um 03:00 Uhr MESZ läuft die Schweizer Nati im Arrowhead Stadium in Kansas City zum ersten WM-Viertelfinal seit 1954 auf. Gegner: Weltmeister Argentinien, angeführt von Lionel Messi. Nach dem Elfmeter-Krimi gegen Kolumbien in Vancouver hebt das Team am Mittwochnachmittag per Charter ab, wie das SRF berichtet, weil es zwischen den beiden Städten keine kommerzielle Direktverbindung gibt. In Missouri wartet das Stadion der Kansas City Chiefs mit 73’000 Plätzen und einem Ruf als Hexenkessel.

Argentiniens Weg ins Viertelfinale liest sich zwiespältig. Gegen Kap Verde brauchte der Titelverteidiger die Verlängerung, gegen Ägypten drehte er in den Schlussminuten einen 0:2-Rückstand. Messi hat in dieser WM bereits acht Tore erzielt, zugleich aber schon zwei Elfmeter verschossen. Trainer Murat Yakin sagte auf der Medienrunde in Vancouver, es gehe hier gegen den Titelverteidiger. „Besser wird es nicht. Die Herausforderung wird noch schwerer, aber wir sind bereit“, so Yakin. Über seinen Torhüter urteilte er, Gregor Kobel habe sich „von Spiel zu Spiel gesteigert“ und im Achtelfinale zwei, drei grosse Paraden gezeigt.

Es geht gegen den Titelverteidiger. Besser wird es nicht. Die Herausforderung wird noch schwerer, aber wir sind bereit.
- Murat Yakin, Trainer der Schweizer Nati

Xhaka und Rodriguez kennen das Duell

Für Kapitän Granit Xhaka und Ricardo Rodriguez ist es kein Erstkontakt: Beide standen 2014 in Brasilien im Kader, als die Schweiz im Achtelfinale erst in der Verlängerung an Argentinien scheiterte. Kobel spielt derweil auf dem Formhöhepunkt seiner Karriere. Der BVB-Torhüter hielt gegen Kolumbien mehrfach in der regulären Spielzeit, parierte im Elfmeterschiessen den entscheidenden Schuss von Juan Camilo Hernández und gilt laut Reviersport längst als vollwertiger Nachfolger von Yann Sommer. Yakin lobte den Torhüter auf der Pressekonferenz: „Etwas Schöneres kann man sich als Trainer nicht wünschen. Wir stehen hier mit einem historischen Moment“.

Der Faktor Manzambi

Sportlich hängt vieles am 19-jährigen Johan Manzambi, der beim Kolumbien-Spiel verletzt fehlte. Bekommt Yakin seinen besten Skorer rechtzeitig zurück, kann er offensiv gegen die anfällige argentinische Innenverteidigung Nadelstiche setzen. Fehlt er erneut, muss die Nati defensiv gegen Messi bestehen, der laut SRF und Ligaportal in den vergangenen zwei Spielen zwar Elfmeter verschoss, aber die Standards wie eh und je auf den Millimeter setzt. Manuel Akanji nahm es nach seinem verschossenen Penalty gegen Kolumbien mit Galgenhumor: „Das war mein letzter Elfmeter“, sagte der Innenverteidiger laut RPR1 grinsend.