Wie wir am Mittwochabend berichteten, war Ralf Rangnicks WM-Sechzehntelfinale gegen Spanien als Endspiel gegen einen Favoriten ohne Gegentor angekündigt. Am Donnerstagabend hat die Roja im SoFi Stadium in Inglewood mit einem 3:0 (1:0) gegen Österreich klargestellt, warum sie bei diesem Turnier zu den Titelanwärtern zählt: Mikel Oyarzabal traf in der 36. und 89. Minute, Pedro Porro legte in der 66. per Kopfball nach. Vor 70.492 Zuschauern zog der Europameister ins Achtelfinale ein, wo er am kommenden Montag in Dallas auf den Sieger der Partie Portugal gegen Kroatien trifft.

Der Matchplan von ÖFB-Teamchef Rangnick, mit hohem Pressing und dem gelernten Bayern-Rechtsverteidiger Konrad Laimer auf der linken Seite Lamine Yamals Räume dichtzumachen, ging in den ersten 30 Minuten auf. Michael Gregoritsch prüfte nach einem Sabitzer-Zuspiel früh die spanische Abwehr, Torhüter Unai Simón blieb vorerst beschäftigungslos. Dann aber legte Marc Cucurella vor der Pause auf, und Oyarzabal traf zur Führung. „Insgesamt muss man anerkennen, dass wir auf einen herausragend guten Gegner getroffen sind“, sagte Rangnick nach dem Spiel laut Westdeutscher Zeitung. „Ich glaube, dass wir mit dieser Mannschaft gegen jeden anderen Gegner auf Augenhöhe die Chance auf das Weiterkommen gehabt hätten.“

Man muss sagen, dass die einfach besser sind als wir. Der Sieg ist verdient für Spanien.
- Marcel Sabitzer, Österreich, Westdeutsche Zeitung

Nach der Pause suchte Rangnick mit Marko Arnautović und Sasa Kalajdžić noch einmal den Weg nach vorn, doch die Roja ließ nichts zu. Das 2:0 legte Porros Kopfball auf, den Torhüter Alexander Schlager zunächst abwehrte, doch der Nachschuss saß. In der 85. Minute rettete David Alaba per Grätsche auf der Linie, ehe Oyarzabal in der Schlussminute das dritte Tor besorgte. Unai Simón blieb auch im vierten WM-Spiel ohne Gegentor - laut Sportschau reicht seine Serie über die vergangenen zwei Turniere hinweg auf 520 Minuten und markiert damit einen Rekord für einen spanischen WM-Torhüter.

Rangnicks Turnier endet, Spanien reist nach Dallas

Für Österreich endet die WM-Kampagne damit im Sechzehntelfinale - der erste K.o.-Auftritt bei einer Weltmeisterschaft seit 1982 war zugleich der letzte des Turniers. „Wir haben ein wundervolles Spiel gezeigt, ich bin überglücklich“, sagte Luis de la Fuente bei der Pressekonferenz nach der Partie. Der spanische Nationaltrainer schickte seiner Mannschaft attestierend hinterher, sie habe in Los Angeles „eine fast perfekte Vorstellung“ abgeliefert. Oyarzabal, seit seinem verwandelten Elfmeter im EM-Finale 2024 gegen England Spaniens Big-Game-Player, sprach von einer „komplizierten Aufgabe“, die man aber „mit klarem Kopf“ gelöst habe.

Rangnick, dessen Vertrag beim ÖFB bis zur EM 2028 läuft, kündigte an, die Turnieranalyse „gemeinsam mit den Spielern“ in Ruhe anzugehen. Auf spanischer Seite geht der Blick sofort weiter nach Dallas: Am Montag um 21 Uhr MESZ steigt im AT&T Stadium das Achtelfinale gegen den Sieger aus Portugal gegen Kroatien, die am Freitagabend in New Jersey aufeinandertreffen. Für die Roja, die seit dem 3:0 gegen die Niederlande im WM-Finale 2010 kein K.o.-Duell bei einer Weltmeisterschaft mehr gewonnen hatte, ist der Achtelfinal-Einzug bereits ein Statement - und der überzeugende Auftritt gegen Rangnicks Österreich ein Fingerzeig für die verbliebenen Titelmitbewerber.