In Südfrankreich haben Waldbrände in den Pyrénées-Orientales in der Nacht zum Donnerstag zwei Campingplätze in Canet-en-Roussillon zerstört und fast 3.000 Menschen aus Touristenanlagen und Betrieben in Sicherheit gebracht. Am Sonntag hebt die französische Wetter- und Katastrophenschutzbehörde für sechs Départements der Mittelmeerküste die höchste Waldbrand-Warnstufe an.
Betroffen sind laut Tagesspiegel und ADAC vor allem die Campingplätze Le Brasilia und Le Marina in Canet-en-Roussillon sowie ein Platz im benachbarten Sainte-Marie-la-Mer. 281 Bungalows brannten ab, 483 konnten die Einsatzkräfte retten. Etwa 1.700 Urlauberinnen und Urlauber wurden von den drei Anlagen evakuiert, darunter zehn Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Nach Angaben der Präfektur gab es sechs leicht verletzte Zivilistinnen und Zivilisten, darunter ein Kind; 13 Feuerwehrleute und Polizisten wurden mit Rauchvergiftungen behandelt.
Der Brand war laut ms-aktuell.de am 2. Juli in einem Vegetationsstreifen zwischen Sainte-Marie und Canet ausgebrochen und breitete sich innerhalb von Stunden über rund 30 Hektar aus. Auf dem Gelände des Katamaranherstellers Catana zerstörte das Feuer zwei Gebäude, die eigentliche Produktion konnte gesichert werden. Als Ursachen für die schnelle Ausbreitung nennen die Behörden den seit Wochen anhaltenden Hitzestress, extreme Trockenheit und den Tramontane-Wind, der auf der Küstenebene mit Böen über 80 km/h fegte.
Größter Brand seit Wochen in Aude noch offen
Der Brand bei Canet-en-Roussillon ist inzwischen unter Kontrolle. Deutlich ernster ist die Lage weiter westlich: In den Départements Aude und Hérault kämpfen laut Nachrichten.fr rund 800 Feuerwehrleute mit 150 Fahrzeugen gegen ein Feuer, das am 1. Juli begann und mittlerweile rund 900 Hektar zerstört hat. Ausbreitung gestoppt, Kontrolle nicht. Ein weiterer Brand bei Lançon-Provence in den Bouches-du-Rhône brannte 260 Hektar nieder, dort mussten 600 Anwohner ihre Häuser verlassen. Ein Feuer nahe Rognac in der Nähe des Flughafens Marseille gilt als eingedämmt.
Die Brände treffen uns zwei bis drei Wochen früher als üblich.
Für Sonntag hat Météo-France die Rote Alarmstufe für die Départements Pyrénées-Orientales, Aude, Gard, Bouches-du-Rhône, Vaucluse und Drôme ausgerufen. Nach Zahlen des Innenministeriums, die der ADAC zitiert, sind seit Beginn der Saison rund 7.000 Feuer ausgebrochen, insgesamt 8.700 Hektar verbrannt. Betroffen ist auch die A9, die Ferientouristen-Hauptachse Richtung Barcelona; die Autobahn war in den vergangenen Tagen zeitweise gesperrt. Die Straße RD81 zwischen Canet-en-Roussillon und Saint-Laurent-de-la-Salanque bleibt weiter dicht.
Für deutsche Touristinnen und Touristen mit gebuchten Reisen in die betroffenen Départements gilt laut ADAC-Reiserechtsauskunft: Wer unmittelbar in ein von den Bränden nachweislich beeinträchtigtes Gebiet fährt, kann kostenfrei stornieren. Für Aufenthalte in den kommenden Wochen empfiehlt der Klub, die Entwicklung individuell zu prüfen. Anwohner und Gäste in den betroffenen Départements sollen sich an die Anweisungen der Präfekturen halten und Waldgebiete meiden.