Isaac del Toro hat am Sonntagnachmittag die zweite Etappe der Tour de France 2026 gewonnen und ist damit der erste mexikanische Etappensieger seit Raúl Alcalá 1990. Der 22-Jährige überquerte auf dem Montjuïc-Rundkurs oberhalb von Barcelona die Ziellinie 600 Meter vor seinem UAE-Teamkollegen Tadej Pogačar, der ihn bewusst ziehen ließ. Remco Evenepoel und der Gesamtführende Jonas Vingegaard kamen zeitgleich als Dritter und Vierter ins Ziel.

Die Etappe über 168,5 Kilometer von Tarragona nach Barcelona endete mit drei Anfahrten zur Côte du Château de Montjuïc, wo UAE Team Emirates - XRG das Rennen kontrollierte. Brandon McNulty und Adam Yates fuhren die letzten 25 Kilometer an der Spitze, bevor Pogačar auf den letzten Metern zurücksteckte und del Toro den Sieg überließ. Der Mexikaner hatte zuvor 60 Kilometer vor dem Ziel mit einem Defekt zu kämpfen und sich zurückgearbeitet.

Es bedeutet alles für mich. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viel wir als Team arbeiten.
- Isaac del Toro, UAE Team Emirates - XRG, nach der Etappe

Für Vingegaard bleibt das Gelbe Trikot, weil der Däne im Endsprint zeitgleich mit den Podestplätzen ankam. In der Gesamtwertung schmilzt sein Vorsprung auf Pogačar durch die Bonussekunden für Rang zwei allerdings auf sechs Sekunden zusammen. Evenepoel liegt als Dritter 15 Sekunden zurück. Der deutsche Red-Bull-Kapitän Florian Lipowitz kam als 16. rund zehn Sekunden hinter dem Führungstrio ins Ziel und hält damit Platz acht der Gesamtwertung.

Lipowitz verwies auf die Hitze, die vielen Fahrern zu schaffen machte. „33 Grad, das war brutal“, sagte er im Anschluss, wie die Sportschau berichtete. Der 25-Jährige aus Baden-Württemberg hat damit zwei Tour-Tage in den Top Ten überstanden, obwohl er beim Auftaktzeitfahren am Samstag rund 35 Sekunden auf Vingegaard verloren hatte.

Pogačars Geste an den Wasserträger

Es war das zweite Mal in dieser Tour, dass Pogačar öffentlich eine Etappe für einen Mitstreiter opferte - im Vorjahr hatte er das Ritual mit dem inzwischen ausgeschiedenen João Almeida etabliert. Del Toro, im Vorjahr Gesamtsieger des Giro d'Italia und in diesem Jahr als Wasserträger für Pogačar eingeplant, sicherte sich damit den ersten Etappenerfolg bei einer Grand Tour. „Bei UAE wissen alle, was sie tun müssen“, so Sportlicher Leiter Andrej Hauptman gegenüber Eurosport. Vingegaard reagierte gelassen: Für ihn stehe erst am kommenden Wochenende in den Pyrenäen die erste Nagelprobe an.

Am Montag folgt die dritte Etappe von Granollers nach Zaragoza - 191 Kilometer flach und geradezu prädestiniert für die Sprinter. Das erste Duell zwischen Jonathan Milan (Lidl-Trek), Jasper Philipsen (Alpecin-Deceuninck) und Mathieu van der Poel ist damit gesetzt. Ob Vingegaard das Gelbe Trikot auch am Abend noch trägt, hängt davon ab, ob sich Pogačar oder Evenepoel Bonussekunden am Zwischensprint sichern können.