Volkswagen hat im zweiten Quartal 2026 weltweit rund 2,08 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert und damit 8,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Wolfsburger Konzern veröffentlichte die Zahlen am Freitagvormittag; der Rückgang fällt deutlich schärfer aus als im ersten Quartal, in dem der Absatz noch um vier Prozent unter dem Vorjahr lag. Als Haupttreiber nennt der Konzern das eigene China-Geschäft, das mit einem Minus von mehr als 33 Prozent auf 424.300 Auslieferungen einbrach.

Der Blick auf die Marken zeigt eine ungleiche Belastung. Die Kernmarke VW Pkw kam laut Angaben aus Wolfsburg auf 1,02 Millionen Auslieferungen, ein Minus von 14 Prozent. Audi lieferte 367.139 Fahrzeuge aus (minus 8,2 Prozent), Porsche 61.300 (minus 18 Prozent). Die tschechische Tochter Skoda stemmte sich gegen den Trend und legte um 4,8 Prozent auf 284.000 Fahrzeuge zu. In Westeuropa wuchs der Konzern insgesamt um 1,8 Prozent auf mehr als 900.000 Fahrzeuge, in Nordamerika trotz neuer US-Zölle um 7,7 Prozent auf 242.000 Einheiten.

Die schwierige Gesamtmarktsituation in China hat verhindert, dass wir trotz erster positiver Signale unserer lokal entwickelten Elektromodelle Rückgänge vermeiden konnten.
- Marco Schubert, Vertriebsvorstand Volkswagen, in der Konzernmitteilung

E-Autos in Europa als einzige Wachstumsgeschichte

Bei den vollelektrischen Modellen fällt der regionale Kontrast noch schärfer aus. In Europa lieferte VW im ersten Halbjahr rund 377.000 E-Autos aus, ein Plus von 8,4 Prozent, und ist damit nach eigener Rechnung Marktführer. Anders in den USA, wo der Halbjahresabsatz vollelektrischer Fahrzeuge auf 9.800 Einheiten einbrach, ein Minus von 68,8 Prozent. Volkswagen führt den Rückgang auf ausgelaufene Kaufanreize und die Zölle der Trump-Regierung zurück. Auch China blieb schwach: 30.900 verkaufte E-Autos entsprechen einem Rückgang von 47,9 Prozent, wie der Schwarzwälder Bote unter Verweis auf die Konzernzahlen berichtete.

Vertriebsvorstand Schubert verwies zugleich auf positive Signale im europäischen Auftragsbestand. Die Bestellungen für vollelektrische Modelle liegen laut Konzern seit dem Jahresende 2025 um rund 50 Prozent höher, allein für die neuen Elektrofahrzeuge des Konzerns liegen mehr als 54.000 Vorbestellungen vor, wie t-online berichtete. Ob dieser Rückenwind reicht, den China-Einbruch zu kompensieren, wird der Blick auf das Gesamtjahr zeigen: Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen Ende Juli dürfte Konzernchef Oliver Blume die Marge für 2026 verteidigen müssen, nachdem VW im ersten Quartal seine Prognose bereits gesenkt hatte.