Der Waldbrand im Bergmassiv nahe Trévillach hat sich im Laufe des Sonntags auf rund 1.650 Hektar ausgebreitet. Die Präfektur des Départements Pyrénées-Orientales ordnete die Evakuierung von 5.000 Menschen aus den verstreuten Ortschaften westlich von Perpignan an. Zwei Schwerverletzte, ein Bewohner und ein Feuerwehrmann, kämpften nach Angaben der Behörden am Abend um ihr Leben.
Wie wir am Samstag berichteten, standen an der Mittelmeerküste bereits die Campingplätze in Canet-en-Roussillon und ein Feuer im westlichen Nachbardépartement Aude im Fokus. Der jetzt eskalierte Brand liegt rund 35 Kilometer weiter im Landesinneren: In der Nacht auf Samstag um 19:30 Uhr entzündete sich das Feuer in schwer zugänglichem Bergland und wuchs binnen Stunden von 930 auf mehr als 1.600 Hektar. Über 580 Feuerwehrleute mit Löschflugzeugen und Hubschraubern sind laut Tagesspiegel und ZDFheute im Einsatz.
Die absolute und ganz klare Priorität ist der Schutz der Bevölkerung, der Sachwerte und der Naturräume sowie die Eingrenzung des Feuers.
Regnault de la Mothe sprach am Sonntag von einem „massiven Aufgebot“ an Feuerwehr, Sicherheitskräften und staatlichen Stellen. Die Behörden wiesen die Bewohner an, sich bereitzuhalten und den Anweisungen zu folgen, viele wurden in Turnhallen und Rathäusern der Umgebung untergebracht. Auf mehreren Zugängen im Fenouillèdes stehen Straßensperren.
Tour de France ohne Publikum
Die Ausdehnung des Feuers berührt direkt die dritte Etappe der Tour de France, die am Montag von Granollers ins nahe Wintersportnest Les Angles führt und den ersten Grenzübertritt der diesjährigen Rundfahrt markiert. Nach Angaben der französischen Behörden fährt der Tross an den betroffenen Passagen ohne Zuschauer und ohne die traditionelle Werbekarawane durch die Region. Der Organisator ASO hält am Streckenverlauf fest, hat aber die Sicherheitsvorschriften an das Krisenmanagement der Präfektur angepasst.
Météo-France rief für den Sonntag die Rote Alarmstufe für sieben südöstliche Départements aus, unter ihnen die Pyrénées-Orientales, das Aude, das Gard und die Bouches-du-Rhône. 41 weitere Départements stehen auf hoher Waldbrandstufe. Die aktuelle Hitzewelle in Kombination mit dem trockenen Tramontane-Wind macht die Bekämpfung der Brände nach Angaben des Innenministeriums zur schwierigsten seit Jahren.
Feuer greifen auf mehrere Länder aus
Auch außerhalb Frankreichs ist die Lage angespannt. Im Norden Portugals sind seit Donnerstag laut ZDFheute mindestens 13.000 Hektar verbrannt, rund 1.200 Feuerwehrleute stehen im Einsatz. Die Regierung in Lissabon rief den europäischen Katastrophenschutzmechanismus an und aktivierte bilaterale Löschabkommen mit Spanien und Marokko. In Spanien brachten Einsatzkräfte den Brand in einem Naturschutzgebiet an der Costa Brava nach 2.200 zerstörten Hektar am Sonntagmorgen weitgehend unter Kontrolle.
In Griechenland gerieten am Sonntag ein Recyclingbetrieb und eine Textilfabrik in der Vorstadt Oreokastro von Thessaloniki in Brand. Der dichte schwarze Rauch zog bis in das Zentrum der zweitgrößten Stadt des Landes, die Feuerwehr forderte die Anwohner auf, Fenster geschlossen zu halten. In Wohngebieten am Stadtrand wurden Räumungen angeordnet. Für Athen, Kreta und weitere Regionen gilt die zweithöchste Waldbrandstufe. Auf der kroatischen Insel Čiovo entfachte ein Blitzeinschlag ein Feuer, das durch böigen Wind zusätzlich angefacht wurde.