Wimbledon hat am Samstag drei der Top-Favoritinnen verloren. Auf dem Centre Court unterlag Titelverteidigerin Iga Swiatek der 29. der Setzliste Alexandra Eala mit 6:7 (9:11), 2:6 - der ersten Philippinerin, die je die zweite Woche eines Grand-Slam-Turniers erreicht hat. Auf Court 1 warf Elise Mertens die Weltranglisten-Zweite Elena Rybakina mit 7:6 (7:4), 6:1 aus dem Turnier. Und Madison Keys drehte die US-amerikanische Setzligenpartie gegen Vorjahresfinalistin Amanda Anisimova nach 0:1 in Sätzen und siegte 3:6, 6:2, 6:3.
Das prominenteste Aus lieferte Swiatek. Die Polin, die im Vorjahr gegen Anisimova erstmals den Rasenklassiker gewonnen hatte, kämpfte über zwei Stunden und 14 Minuten mit ihrem Aufschlag. 44 unerzwungene Fehler standen 21 auf Ealas Seite gegenüber; die 21-Jährige aus Manila brach den Aufschlag der Vorjahressiegerin fünfmal und gewann 68 Prozent der Punkte auf Swiateks zweiten Aufschlag. Entscheidend war der 85 Minuten lange erste Satz, in dem Eala im Tiebreak vier Satzbälle abwehrte und ihren vierten verwandelte.
Ich war noch nie in der zweiten Woche eines Grand Slams. Für jemanden, der auf den Philippinen aufgewachsen ist, ist das etwas ganz Besonderes.
Für Eala ist es der zweite Sieg über Swiatek nach dem Aufsehen erregenden Erfolg in Miami im März 2025, als sie noch die Nummer 140 der Welt war. Auf einen Titel bei einem WTA-Turnier wartet sie weiter; ihr bisher größter Erfolg blieb der WTA-125-Sieg in Birmingham im Juni. Im Achtelfinale trifft sie nun auf Jasmine Paolini - und könnte als erste Philippinerin in ein Grand-Slam-Viertelfinale einziehen.
Mertens beendet Rybakinas Siegesserie
Auch Elise Mertens sorgte für eine Überraschung, die sich bis in die Ranglisten auswirkt. Die Belgierin hatte gegen Rybakina zuvor sieben Duelle in Folge verloren, drehte diese Bilanz auf dem Court 1 aber mit einem gnadenlos effizienten Match: Rybakina brachte kaum einen ersten Aufschlag durch, machte reihenweise leichte Fehler und verlor den zweiten Satz mit 1:6. Weil die Kasachin damit nicht bis ins Viertelfinale kam, kann sie die Nummer eins der Welt, Aryna Sabalenka, im Ranking nicht mehr überholen.
Sabalenka selbst hatte am Freitag den einzigen glatten Sieg der Top-3 abgeliefert. Die Belarussin schlug Jelena Ostapenko 6:4, 6:4 und trifft im Achtelfinale auf Naomi Osaka - das erste Aufeinandertreffen der beiden auf Rasen. Madison Keys, die dritte Überraschungssiegerin des Samstags, spielt in Runde vier gegen die Tschechin Linda Nosková. Von den Top-fünf-Setzungen im Damenfeld ist damit nur noch Sabalenka übrig.
Am Sonntag geht das Turnier mit dem sogenannten Manic Monday-Vorabend in den Herren-Achtelfinaltag über. Für die deutschen Damen ist Wimbledon bereits vor der zweiten Woche gelaufen - Tatjana Maria, Eva Lys und Ella Seidel waren in den ersten Runden ausgeschieden.