Alexander Zverev hat am Mittwochabend in Wimbledon zum ersten Mal in seiner Karriere das Halbfinale an der Church Road erreicht. Der French-Open-Sieger bezwang den US-Amerikaner Taylor Fritz auf dem No. 1 Court mit 6:4, 6:4, 6:2 und beendete damit eine Serie von sieben Niederlagen gegen den Weltranglistenfünften. „Ich bin sehr froh, im Halbfinale zu sein, vor allem, weil ich Taylor besiegen konnte“, sagte Zverev in seinem Platzinterview, das die Sportschau übertrug.

Zverev nahm Fritz früh das zweite Aufschlagspiel ab und ließ im ersten Satz nichts mehr anbrennen. Im zweiten Durchgang glich der US-Amerikaner die Break-Bilanz zwischenzeitlich aus, wurde am Satzbeginn zudem am rechten Knie behandelt. Beim Stand von 4:4 legte der Hamburger noch einmal nach, holte das entscheidende Break und servierte den Satz aus. Im dritten Satz brach er Fritz zum 2:1 und zum 5:1. Nach knapp zwei Stunden verwandelte er seinen ersten Matchball.

Ich bin sehr froh, im Halbfinale zu sein, vor allem, weil ich Taylor besiegen konnte.
- Alexander Zverev, Sportschau-Platzinterview

Es ist Zverevs zwölftes Grand-Slam-Halbfinale insgesamt, aber sein erstes in Wimbledon. Bei den vorangegangenen Auftritten im All England Club war er stets spätestens im Achtelfinale ausgeschieden. Der 29-Jährige, seit dem Titelgewinn in Roland Garros Anfang Juni die Nummer drei der Welt, hält damit das Kunststück am Leben, im selben Sommer sowohl Paris als auch London zu gewinnen - eine Kombination, die zuletzt Novak Djokovic 2021 geschafft hat.

Am Freitag wartet ein Wildcard-Märchen

Im Halbfinale am Freitag trifft Zverev auf Arthur Fery, den britischen Wildcard-Spieler und aktuell die Nummer 114 der Weltrangliste. Der 23-Jährige, der laut Eurosport keine fünf Minuten vom Turnier-Gelände entfernt aufwuchs, hatte am Mittwoch den italienischen Achten Flavio Cobolli auf dem Centre Court aus dem Turnier geworfen. Für Zverev ist Fery der auf dem Papier deutlich niedriger eingestufte Gegner - ein Vorteil, den der Deutsche in großen Grand-Slam-Momenten in der Vergangenheit nicht immer nutzen konnte.

Nach Angaben von t-online spielte Zverev bei über 30 Grad Celsius und dominierte über weite Strecken mit seinem Aufschlag. Vor dem Turnier hatte er bei Prime Video noch von Rückenbeschwerden und Problemen mit seinem Insulin-Sensor gesprochen. Am Mittwoch war davon nichts mehr zu sehen: Der Weltranglistendritte hielt seine erste Aufschlagrunde konstant, agierte konzentriert auf den Linien und zog den Amerikaner in lange Ballwechsel, in denen dessen Knieprobleme sichtbar wurden.